Krakau in 3 Tagen: Der perfekte Reiseplan für deutschsprachige Besucher
Krakauer Marktplatz, ohne Touristenmassen. Gewusst, wann!
Krakau gehoert zu den schoensten und faszinierendsten Städten Europas — und gleichzeitig zu den am meisten unterschätzten. Wer drei Tage mitbringt, kann die wichtigsten Kapitel dieser Stadt erleben: die glänzende Koenigszeit, das reiche jüdische Erbe, die dunklen Jahre der Besatzung und das lebendige, moderne Krakau von heute. Als Stadtführerin zeige ich Ihnen, wie Sie diese drei Tage optimal nutzen — ohne Hektik, aber mit bleibenden Eindrücken.
Tag 1: Die Altstadt: Auf den Spuren der polnischen Koenige
Beginnen Sie Ihren ersten Tag am Matejkoplatz im Norden der Altstadt. Von dort führt der historische Koenigsweg durch Barbakane und Florianstor direkt in das Herz der Stadt. Entlang der Florianstrasse, gesäumt von Renaissance- und Barockfassaden, gelangen Sie zum grossen Marktplatz (Rynek Glowny) — einem der groessten mittelalterlichen Marktplätze Europas.
Hier lohnt sich ein Besuch der Marienkirche: Im Inneren thront der groesste spätgotische Flügelaltar Europas, den der Nürnberger Bildschnitzer Veit Stoss zwischen 1477 und 1489 schuf. Das Original aus Lindenholz ist bis heute in seiner ursprünglichen Kirche — ein einzigartiges Privileg in Europa.
Am Nachmittag führt der Weg in den südlichen Teil der Altstadt: das Collegium Maius (das älteste Universitätsgebäude Polens, Besichtigung mit Voranmeldung), die Franziskanerkirche mit ihren modernen Jugendstil-Wandmalereien und schliesslich — als Hoehenfinale des Tages — der Wawelhugel mit dem Koeniglichen Schloss und dem Dom. Im Dom liegen die meisten polnischen Koenige bestattet; der Arkadeninnenhof des Renaissanceschlosses ist einer der schoensten in Mitteleuropa.
Tipp: Reservieren Sie den Besuch des Wawelschlosses im Voraus — besonders in der Hauptsaison sind Tickets schnell vergriffen.
Tag 2: Kazimierz und Podgorze: Jüdisches Erbe und die Spuren der Besatzung
Der zweite Tag gehoert zwei Stadtteilen, die durch eine Brücke getrennt sind — und durch eine gemeinsame, schmerzliche Geschichte verbunden.
Beginnen Sie in Kazimierz, der ehemaligen jüdischen Stadt, die 1335 gegründet wurde und fast von Anfang an ein bedeutendes jüdisches Viertel beherbergte. Auf engen Gassen begegnen Sie sieben alten Synagogen, ritüllen Bädern, dem alten jüdischen Friedhof mit Grabsteinen aus dem 16. Jahrhundert und dem Grab des Rabbi Remuh. Das Viertel ist heute zugleich Gedenkort und lebendiges Szene-Viertel — mit Cafes, Musikclubs und Graffiti-Kunst. Steven Spielberg drehte hier Teile von 'Schindlers Liste'.
Am Nachmittag überqüren Sie die Weichsel in den Stadtteil Podgorze: Hier bestand von 1941 bis 1943 das Krakaür Ghetto. Der Spaziergang durch die ehemaligen Ghetto-Strassen, vorbei an der Apotheke zum Adler, zum Platz der Ghetto-Helden und zu den erhaltenen Resten der Ghettomaür, endet an der berühmt gewordenen Fabrik von Oskar Schindler — heute ein grossartiges, interaktives Museum zur Krakaür Besatzungsgeschichte.
Tipp: Für die Schindler-Fabrik ist eine Terminreservierung dringend empfohlen. Das Museum ist sehr begehrt.
Tag 3: Ihr Wunsch-Ausflug
Am dritten Tag haben Sie die Wahl zwischen drei sehr unterschiedlichen Erlebnissen:
Option A: Auschwitz-Birkenau
Die Gedenkstätte des ehemaligen deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers liegt rund 70 km westlich von Krakau und ist mit einer Führung in etwa drei bis vier Stunden erreichbar. Ein tief bewegender, notwendiger Ort. Geplante Zeit: Ganztags.
Option B: Zakopane in der Hohen Tatra
Die Bergstadt Zakopane, rund 100 km südlich von Krakau, bietet dramatische Bergkulisse, traditionelle Goralen-Holzarchitektur und die belebte Flaniermeile Krupowki mit lokalen Spezialitäten. Im Winter Skisport, im Sommer Wandern.
Option C: Nowa Huta — die sozialistische Musterstadt
Wer etwas voellig Anderes erleben moechte: Die in den 1950er Jahren erbaute Arbeiterstadt Nowa Huta, rund 10 km vom Zentrum entfernt, ist ein einzigartiges Zeugnis sozialistischer Stadtplanung — und per Strassenbahn beqüm erreichbar.